Aartal Fotoforum

Kameratechnik - Erklärt

Belichtung und Beleuchtung

Belichtung, Zeiten und Spielräume, Belichtungsmessung, Licht und Farbe


 

Belichtung, Zeiten und Spielräume

Die Belichtung ist das Einwirken eine bestimmten Menge Lichts in eine definierten Zeit auf den fotografischen Film.
So oder so ähnlich kann es sicher in einigen Nachschlagewerken gelesen werden. Das stimmt zwar, hilft aber dem interresierten nicht wiklich weiter. Um ein brauchbares Bild zu erhalten ist die Belichtung von höchster Bedeutung. Dies ist gar nicht so schwierig wie es sich zunächst anhört. Wer eine vollautomatische Kamera besitzt barcuht sich darüber meist keine Gedanken zu machen oder doch ?

Die hellen und dunklen Partien im einem Bild zeigen am besten ob ein Bild richtig belichtet wurde. Bei der Verwendung von Negativfilm wird in der Regel auf die Schatten belichtet. Im gegesatz dazu verfährtman bei Umkehrfilmen (Dia oder auch Positivfilm genannt) anders und belichtet auf die hellen Partien,auch Lichter genannt. Zwar verfügen moderne Filmemulsionen über enorme Belichtungsspielräume (besonders bei Negativfilm) dennoch sollte diese Regel ernst genommen werden. Ein gutes Bild ist also in den Lichtern noch nicht "aufgefressen" und in den Schatten ist noch Zeichnung zu erkennen. Wie geht denn das ?

Endscheidend ist der Belichtungsmesser und wie man damit umgeht. Man kann zunächst mal seine Kamera auf einen speziellen Film eichen. Hierzu sucht man sich ein kontrastreiches Motiv, am besten so, das dass (Sonnen-)Licht frontal auf das Objekt fällt und belichtet es mit dem gemessenen Wert z.B. bei Blende 8. Danach erstellt man eine Belichtungsreiehe, wenn möglich mit halben Blendenwerten, bis zwei Werte über und unter dem gemessenen. Ein Beispiel: habe ich Blende 8 eingestellt dann werden Bilder bis herunter auf Blende 4 und nach oben bis Blende 16 gefertigt. Nicht vergessen zu notieren welches Bild mit welcher Einstellung gemacht wurde. Es wird das am besten gelungene Bild herausgesucht und die Einstellung als Richtschnur für künftige Bilder herangezogen. Diese Methode erlaubt dem Fotografen seine Kamere korrekt mit einem ausgesuchten Film zu belichten. Es kann duchaus sein, dass ein Bild mit geringer Unter- oder Überbelichtung besser aussieht als das mit den gemessenen Einstellungen. Denn jder Film hat seinen eigenen Charakter und jeder Belichtungsmesser seinen Spielraum. Zükünfig kann ich gleich vorweg die Kamera auf eine höhere oder niedrigere ASA oder Belichtunszeit einstellen um korrekte Ergebnisse zu erhalten. Führe ich diese Verfahren noch bei Seiten- und Gegelicht durch kann mir als Fotograf eigentlich nichts mehr passieren.

Oftmals ist es schwierig eine richtige Messung hinzubekommen. Wenn dann das Motiv so schnell auch nicht mehr wiederkehrt empfiehlt es sich immer mehrere Bilder zu "knipsen". Meist reichen drei Bilder aus um ein gutes Ergebis zu erhalten. Das richtig belichtet, eines etwas überbelichtet und ein weiteres etwas unterbelichtet. Ich will hier nicht die Filmwirtschaft ankurbeln, doch wär von seinem einmaligen Traumurlaub heimkommt und das "einzigartige Supermotiv" im grellen Tönen nicht mehr wieder erkennt wird verstehen was ich meine. Manche Motive bekommt man halt nur einmal vor die Linse. Sicher ist sicher. Man sollte es auch nicht übertreiben. Mansche Profies arbeiten ja nach dem Prinzip "Schrotflinte" und da sind drei Bilder pro Motiv bei weitem zu gering. Profis sind eben auch darauf angewiesen ein richtig gutes Foto zu haben, denn sie leben davon und wollen doch auch ihre Kunden nicht verprellen.

 


Belichtungsmessung

Wie eine richtige Belichtung zustande kommt kann im obern Abschnit nachgelesen werden. Doch um richtig belichten zu können kann auf die richtige Messung nicht vezichtet werden. Generell gibt es zwei Methoden der Belichtungsmessung, die Objektmesssung und die Lichtmessung. Bei der Objektmessung wird das vom Objekt reflektierte Licht gemessen. Bei der Lichtmessung hingegen wird das Licht gemessen das auf das Objekt fällt. Wer eine Kamera mit eingebauten Belichtungsmesser einsetzt, wird also eine Objektmessung durchführen. Die Lichtmessung wird mit einem eigenem Belichtungsmesser durchgeführt und empfiehlt sich für sehr kontrastreiche, unausgewogene Motive. Auf die Lichtmessung werde ich hier nicht weiter eingehen. Dafür ausführlicher auf die Objektmessung.

Die vom Objekt in Richtung Kamera reflektierte Lichtmenge wird gemessen. Hierbei zeigt der Belichtungsmesser einen Mittelwert zwischen den hellen und dunklen Partien an, eine sogenannte integrale Messung. Besteht das Motiv aus gleichen Anteilen heller und dunkler Flächen führt diese Messmethode also zu verlässlichen Werten. Bei Landschaften mit strahlend hellen Himmel ergibt sich nun ein Problem, dies umgeht man indem man den Belichtungsmesser etwas nach unten richtet um nicht allzuviel Himmel mitzumessen. Wie exakt die Belichtungsmessung ist hängt unter anderem vom jeweiligen Gerät ab. Die genaueste Messung kan mit einem Spot(Punkt)-Belichtungsmesser erziehlt werden. Viele moderne SLR verfügen über Spot-Messung. Der Messwinkel liegt bei der Spotmessung oft zwischen ein und drei Grad. Zum Vergleich ein Normalobjektiv hat etwa 50 Grad. Gängige Handbelichtungsmesser verfügen oft über 30 Grad oder weniger. Bei einer SLR mit Integralmessung kann z.B. ein 135mm Tele verwendet werden um einzelne Stellen des Motives exakt zu messen. Die bei Spiegelreflexkameras oft anzutreffen mittenbetonte Integralmessung Mist in der Bildmitte am genauesten und nimmt dann nach aussen hin hab. Mittenbetonte Messung Ein Beispiel ist auf nebenstehende Bild zu sehen. Während die Randbereich gar nicht mehr in die Messung mit einfließen nimmt dei Bewertung zur Bildmitte hin zu. Dies sollte man bei einer "durch das Objektiv Messung" immer berücksichtigen. Wer über eine gut ausgestattete, moderne SLR verfügt wird wieder die Möglichkeit haben mehrere Motivstellen zu messen. Diese Mehrfeld oder auch Matrixmessung genannten Verfahren führen zur zusätzlicher Belichtungssicherheit. So verfügt z.B. dir Nikon F80 über ein 10-Zonen Messfeld um größtmögliche Sicherheit bei der Belichtung zu bieten.

Was aber tun wenn der Belichtungsmesser mal versagt. Hier hilft eine alte Faustregel. Bei normalen Tageslicht gilt für alle Filme: Blende 16 einstellen und die Belichtungszeit der ASA-Zahl anpassen. Ein Beispiel: verwende ich einen Film von 100ASA stelle 1/125s ein, bei 200ASA 1/250s und bei 400ASA stelle ich 1/500s ein. Das dürfte zumindest ein brauchbares Foto geben, wenn auch nicht ganz optimal. Bei verschiedensten Lichtverhältnisse sollte man immer auch kleine korrekturen berücksichtigen, diese können nachfolgender Tabelle entnommen werden. So sollte dann nichts mehr schief gehen.

Seitenlicht +1/2 Blende
Gegenlicht +1 Blende
Landschaften -1 Blende
Meer, See oder Schnee + 1 bis 2 Blenden
stark bewölkter Himmel +1 bis 2 Blenden

 

Zur Erklärung der Tabelle: +1 Blende bedeutet praktisch statt Blende 16 Blende 11 einstellen. Alternativ kann anstelle der Blende auch die Belichtungszeit variiert werden. Anstelle von -1 Blende die Belichtungszeit z.B. von 1/250s auf 1/500 reduzieren.

 


Licht und Farbe

In der Farbfotografie interesiert uns die Farbe selbstverständlich sehr. Farben können in drei Eigenschaften unterschieden werden:
Farbton    beschreibt die Farbe nach ihrem Aussehen, z.B. blau
Farbsättigung    beschreibt die Reinheit oder den Buntheitsgrad
Farbhelligkeit    beschreibt die intensität der Farbe aufgrund dessen sie heller oder dunker erscheint.
Welchen Einfluss hat nun Licht und Farbe auf den Film? Wenn wir uns einen Sonnenuntergang vorstellen der auf ein weiß gestrichenes Haus fällt ist leicht einzusehen das hier rötliche Farben eine grössere Rolle spielen als am Mittag. Es geht aber noch weiter. Wenn wir ein weißes Hemd bei Sonnenlicht betrachten erscheint es uns ebenfalls so weiß wie es wäre wenn wir es beim Licht ein starken Glühbirne ansehen. Wir sehen es in beiden fällen weiß obwohl das Licht einer Glühbirne oder Leuchtstofflampe ein ganze ander Farbverteilung oder Farbtemperatur besitzt. Einem Farbfilm fällt der Unterscheid sofort auf denn er "sieht" die Farben nicht so subjektiv wie wir. Das bedeutet die Farbtemperatur hat Einfluss auf das Bild. Normale Tageslicht hat etwa eine Farbtemperatur von 5500K (Kelvin). Kunstlicht hat häufig um die 3200K. Das erklärt warum es spezielle Filme für Tages- und Kustlicht gibt. Warmes, gelbes oder rötliches Licht hat demnach eine niedrige Farbtemperatur. Wohingegen kaltes, bläuliches Licht eine hohe Temperatur aufweist.

Aus dieser Erkenntnis der Farbtemperaturen ergibt sich für den Fotografen seine Verhaltensweise dem Licht anzupassen. So kommt es im Hochgebirge, so etwa ab 1500m, häufig zu blaustichigkeit der Bilder. Das kommt daher, dass das kurzwellige blaue Licht dort zunimmt, einen grösseren Anteil am Licht hat. Ebenso um die Mittagszeit. Hinzukommt das im Hochgebirge, wie auch am Meer, der Anteil an ultraviolettem Licht (UV-Licht) ebenfalls zunimmt, was wir zwar nicht sehen aber den Film beeinflusst. Was uns also Sonnenbrand verursachen kann macht ein Foto blaustichig oder unscharf. Deswegen sollte am Meer oder im Gebirge auch immer ein UV-Filter aufgeschraubt werden. Das UV-Filter absorbiert oder sperrt gar die UV-Strahlen, was auch dem Belichtungsmesser zu gute kommt, der den UV-Anteil oft mitmisst und die Bilder dann überlichtet würden. Das sogenannte Skylightfilter hat bei gleicher Wirkung auch noch eine leicht rötliche Einfärbung, was das Bild "wärmer" erscheinen läst. Dies erkärt sich dadurch, dass die Farbtemperatur durch das Skylight um ca. 700Kelvin verringert wird. Wenn man bedenkt das ein strahlend blauer Himmel zwischen 6500K und 30000K aufweist macht der Einsatz von Filter hier schon sin. In der Schwarz/Weiß-Fotografie kann mit noch drastischeren Filtern (rot oder ror-orange) ein stillistisch gewünschter Effekt eingestzt werden.